Mein Weihnachtswunsch: Das virtuelle Bücherregal

Die Digitalisierung der Bücher, Bibliotheken und Buchhandlungen ist ja bereits ein gutes Stück vorangekommen, doch allein dem Bücherregal als Möbelstück (inkl. Nietzsche-Gesamtausgabe mit Goldschnitt) fehlt noch der digitale Funke.

Naja ganz so altbackenen ist das Bücherregal dann doch nicht, denn es hat es an einigen Stellen schon ins Netz geschafft. Allen voran über eine wunderbare Seite, die auf meinem Laptop schon mehr Klickzahlen hat als youporn, kinox.to oder taz:

Die Rede ist von bookshelfporn.com, der Masturbationshilfe für den stilbewussten Bookster.

Aber mal Spass bei Seite. Wie müsste für uns digital natives denn ein Gadget aussehen, das in unserem smart home, den inzwischen gänzlich digitalisierten Büchern wieder ein physische Präsenz gibt? Denn wir müssen leider zugeben: Nietzsche-Gesamtausgabe mit Goldschnitt in massiver Eiche schlägt selbst unser iPad Mini um Längen.

Handelt es sich bei unserem Bookshelf um ein 2 auf 2 Meter Printed Electronic oder eher um den kleinen rechteckigen Digitalen Bilderrahmen? Naja, „wischen“ sollte man schon können, schließlich soll das Regal ja nicht so statisch daherkommen wie unser altes Billy-Regal.

Und vor allem soll es mich ja repräsentieren, so wie das Matrix-Poster aus meinem Kinderzimmer. In unserem alten Bücherregal sah man immer nur Rücken, jetzt wollen wir Front Cover – als Slideshow.

Außerdem sollen unsere Freunde ja auch sehen, wie viel wir lesen, wenn Sie zu Besuch sind, dass wir für 100 Seiten nur 70 Minuten brauchen und das wir schon 8 Bücher diese Woche aufgeschlagen haben. Und da digitale Bücher ja von jetzt auf gleich kaufbar sind, wäre es doch cool, wenn man aus dem Bücherregal gleich einkaufen könnte. Und wenn es mir neue Bücher empfehlen könnte. Und die Bücher meiner Freunde anzeigen, dann kann ich mir die ausleihen. Das ich Bücher aus ihrem Regal genommen habe, schreib ich Ihnen dann über Facebook. Dann können wir gleich über das Buch sprechen. Oder vielleicht lese ich es gar nicht weil ich die Message bekomme: Lohnt eh nicht. Obwohl, das hätte mein Freund ja eh schon als digitale Notiz an das Buch hängen können. Und wenn Oma zu Besuch ist, dann zeigt mein Bücherregal selbstverständlich auch meinen Weihnachtswunschzettel (und filtert meine umfangreiche Sammlung an Erotik-Bildbänden raus, die es nur anzeigt, wenn meine Bettgefährten zu Besuch sind)

Auf dem zweiten Bildschirm zeigt mein Regal währenddessen meine neuesten Markierungen. Weil auf die Dauer nervt mich mein „Lebe deinen Traum“-Wandtattoo. Zu statisch. Aber jeden Tag neue Zitate aus den Büchern, die mir eh gerade im Kopf rumgehen, auf meiner Wand, das wäre cool. Und wenn ich mal gerade nichts lese, dann kann ich, das Ding ja als Twitter-Wall verwenden. Oder die Zitate meiner Freunde abbonieren.

Aber wie komm ich an so ein cooles Gerät? Ipad an die Wand nageln reicht net. Am besten schreib ich dafür ne kleine Webanwendung und kauf mir einen Apple iTV. Dann kompilier‘ ich mir das Ding mit PhoneGap und verticks nebenbei noch im App-Store. So ein iTV will ja schließlich auch bezahlt werden!

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