How to print your first 3D-Object

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Tadaa!

Mein erster Post als frischgebackener Iron Buchblogger und Maker.

Wie man an dem obigen Werkstück sehen kann, ist da auf jeden Fall Platz für Prozessoptimierung :-), aber anstelle sinnfreier Selbstkritik lieber ein kurzes „How to print your first 3D-Object“

Folgende Schritte kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen.

1. Einen Maker kennenlernen.

Maker (also Menschen, die mit moderner Technologie und im gemeinschaftlichen Austausch Dinge herstellen um alltägliche Probleme zu lösen) findet man inzwischen auf allen möglichen Veranstaltungen, z.B. im Dezember 2013 auf dem Maker-Themenabend der Digital Media Woman Hamburg –  Oft haben die ihre 3D-Drucker auf solchen Veranstaltungen dabei und man kann die Maschinchen live beim Drucken bestaunen.

2. Ein Ding von Thingiverse runterladen.

Auf einem 3D-Selfpublishing-Portal seiner Wahl, z.B. www.thingiverse.com kann man sich dann ein kleines einfach gebautes Ding raussuchen, dass man gerne umbedingt braucht. In meinem Fall Spielwürfel für Shadowrun, Löffel, Gitarren-Picks und Plätzchen-Ausstechformen.

Alternativ kann man sich das Ding auch mit einem 3D-Programm z.B. Blender selberbasteln, allerdings findet man auch fast alles was man braucht auf die Schnelle auch in Thingiverse.

Wenn man das Ding über die Suche gefunden hat, einfach auf Download klicken, dann bekommt man ein 3D-Modell des Gegenstandes im STL-Format.

3. Ein örtliches Fab-Lab aufsuchen

Maker wissen oft, wo man sich gute oder günstige 3D-Drucker bestellen kann, mehr Sinn macht es allerdings nachzufragen, wo in der Stadt das nächste Fablab oder der nächste Hackerspace ist. Fablabs wie das Hamburger Fablab St.Pauli sind Orte, an denen sich verschiedene Maker Maschinen und Werkstattraum teilen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Außerdem werden dort immmer gerne Anfängerfragen beantwortet, entweder zu freien Werkstattzeiten oder sogar in eigenen Workshops.

4. Nötige Software installieren

Dann einfach ins örtliche Fablab fahren und dort nachfragen, welche Software man braucht um  den dortigen 3D-Drucker (in Hamburg ist das z.B. ein RepRap Prusa Mendel) zu steuern.

3 Software-Teile bieten sich an:

a) FTDI Treiber für Arduino –  Die meisten 3D-Drucker werden über die OpenSource Platine Arduino gesteuert. Daher ist es klug, auf dem eigenen Rechner Treiber dafür zu installieren: Die gibt’s u.a. auf http://www.ftdichip.com/FTDrivers.htm

b) Steuerungssoftware für den Drucker – Als Oberfläche um den Drucker zu steuern bietet sich z.B. Pronterface bzw. Printrun von dem Programmierer Kliment an. Eine fertig kompilierte Version für Mac gibt’s auf http://koti.kapsi.fi/~kliment/printrun/.

c) Slicer – Auf Thingiverse bekommt man ja nur das 3D-Modell des entsprechenden Gegenstandes (als STL-Datei). Für den Drucker muss dieses in einzelne Steuerbefehle für den Druckkopf umgerechnet werden (sog. Gcode). Diese Funktion ist auch in Pronterface enthalten, bei manchen Dateien klappt das jedoch nicht. Dafür kann man dann ein extra Programm verwenden (z.B. Slic3r)

CyberN3_fablab_4sp_sw.20110601-21

5. Ersten Druck starten

Dann kann man den Drucker anschalten (prüfen ob auch Filament (der Kunstoff mit dem der 3D Drucker befüllt wird, eingelegt ist) und Pronterface öffnen, um das erste Ding, das man sich runtergeladen hat zu drucken.Vor dem Druck gilt es noch den entsprechenden Port einzustellen (Wenn das Drop-Down-Menü neben Port leer steht, dann hat man den Treiber für den Arduino noch nicht installiert)

Mit einem Klick auf Connect verbindet sich der Drucker mit dem Computer. Ab jetzt kann man den Drucker steuern. Mit den 3 Home-Symbolen auf dem Steuerrad links im Fenster bringt man den Druckkopf in die Ausgangsposition.Mit Load File kann man jetzt die entsprechende STL-Datei öffnen. Diese wird dann beim Öffen automatisch geslicet (also 3D-Modell wird in Steuerbefehle umgerechnet.

Mit einem Klick auf Print beginnt dann der Druck. Als erstes sieht man rechts in der Konsole das Erhitzen des Druckkopfes (T: 136, T: 145, T: 168) bis auf die ungefähre Drucktemperatur von 200 Grad und dann beginnt der Druckprozess. Die geschätzte Dauer wird in der Fußleiste des Programms angezeigt.

Wenn beim Druck alles glatt läuft, hat man dann nach ca. 45 Minuten einen wunderschönen neuen Spielwürfel. Wenn der Drucker allerdings (s.o.) zu schmieren und zu verkleben anfängt, dann einfach auf Pause drücken, Druck abbrechen und Druckkopf reinigen – das Modell kann man dann allerdings leider vergessen. Wo genau der Fehler lag weiß ich noch nicht, ich tippe allerdings auf Geschwindigkeit oder Temperatur. Oder der Drucker ist schon ein bisschen klapperig, weil er auf zu viele Veranstaltungen mitgeschleppt wurde. Ich werde das nächste Mal auf jeden Fall die Profi-Maschine, den Stratasys Dimension testen.

In diesem Sinne erstmal: Danke für’s Mitlesen, lernt aus euren Fehlern und Happy Printing!

P.S.
Da ich gestern den deutschen Übersetzer von „Little Brother“ Christian Wöhrl kennengelernt habe, an dieser Stelle ein kurzer Link auf den wunderbaren Autor Cory Doctorow und sein Buch „Makers“: http://craphound.com/makers/

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