In 5 Minuten zum eigenen eBook-Shop mit „My Independent Book Shop

Penguin RandomHouse macht es vor, wie das mit dem Bücher empfehlen im Internet wirklich geht:

In Zusammenarbeit mit dem eCommerce-Unternehmen „The Hive“ startet Randomhouse eine spannende Webshop-Plattform speziell konzipiert für Indie-Buchhandlungen.

Ihre zwölf interessantesten Buchempfehlungen präsentieren die 70 bisherigen Partnerbuchhandlungen jeweils in ihren
Aber auch andere Buchmenschen können mit ihrer persönlichen Lieblingsbuchhandlung mit einer handverlesenen Empfehlungsliste unterstützen. 5% (Print-Buch) bzw. 8% (eBook) Unterstützung geht

Das Design der jeweiligen Regale ist ziemlich minimal. Ähnliche wie in einen iBooks-Rgal stehen die Buchcover im Vordergrund. Allerdings kann man für den persönlichen Touch aus einer kleinen Anzahl von Themes auswählen.
Allerdings hat die Plattform auf den ersten Blick zwei erkennbare Mankos: Keine Satz- und Sonderzeichen in Shop-Titel und Shop-Beschreibung – okay, das kann man noch verschmerzen
Allerdings scheint die Datenbank im Hintergrund nicht ganz uptodate zu sein. So wird zum Beispiel mein aktuelles Lieblingsbuch: Aboud Saeed – The smartest guy on Facebook dort nicht gefunden.. Eigentlich sollte das größte Verlagshaus der Welt doch an ordentliche Metadaten kommen…

Die Bedienung der Oberfläche ist intuitiv und ziemlich. Innerhalb von kaum mehr als 5 Minuten steht der eigene kleine Online-Buchhandel.

Aus Käufersicht ist der Buch-Shop auch ziemlich schön gestaltet. Die Metapher „Eine Stadt voller Buchläden“ – das Paradies jedes Buchliebhabers wird konsequent durchgehalten. Im Schaufenster des Shops sehe ich drei große Cover, bei einem Klick auf die virtuelle Tür kann ich mir das gesamte Sortiment ankucken. Per Kontaktformular kann ich mir direkt vom Buchhändler eine Empfehlung abholen (Social Bookselling – und alle so year!) – schlägt die Buchhändlertipps von der Thalia-Website um Längen 🙂

Außerdem kann ich die Shops ansehen, die der jeweilige Shop-Besitzer empfiehlt ankucken, also seine „Street“ betreten. Eine spannende assoziative Art zu suchen!

Noch ein Wort zum Hive Network: Hive ist eine Buy-Locally-Online Initiative: Das heißt, auf der zentralen Plattform kann man bei lokalen Einzelhändlern online einkaufen (ein Prinzip, dass in Deutschland z.B. von dem Online-Marktplatz Fairnopoly angeboten wird). Find ich ne spannende Idee, weil – mal ehrlich – trotz aller Buy Local Plakate und Postkarten kauf ich immer noch online ein. Regale stöbern mach ich nur alle paar Monate mal.. Daher ist die Verbindung zwischen Couch und Indie-Buchhändler imho genau die richtige Lösung. Klappt mit dawanda ja auch 🙂

Falls ihr Lust habt meine Empfehlung anzusehen, dann werft doch mal einen Blick in meine Filiale „Chuck Norris has a bookstore“.  Meine Devise für’s Bücherempfehlen lautet: „Das ist doch wie Kickboxen. Jeder Vorschlag muss sitzen!“

https://www.myindependentbookshop.co.uk/BeyondEbooks

„Chuck Norris ist kein Buchhändler, er ist eine Recommendation Engine“

„Und dann hat Chuck Norris Jeff Bezos nen Roundhouse-Kick verpasst!“

„Chuck Norris liest keine Bücher. Er starrt sie solange an, bis die Bücher sich selbst vorlesen.“

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Digitale Comics – Webschau 2014

Noch wenige Tage und dann ist – nein nicht Weihnachten sondern der Gratis-Comic-Tag. Zeit wird’s für eine Rundumschau im digitalen Comic – was war los, was passiert 2014.

Für die Infoporn-Junkies: Einen guten Überblick von Nerdsupreme zum Thema: Wer liest eigentlich digitale Comics:?

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Industry News:

Amazon kauf comixology – Die us-amerikanische Comic-App-Plattform wird Opfer ihres eigenen Erfolges. Da fragt man sich, welcher deutsche Filialist schnappt sich die hiesige Plattform Mad Dogs?

Marvel startet deutsche Comic-App – Der Kult-Verlag bringt mit dem Launch seiner lokalisierten App Bewegung in den deutschen Markt. Aktuell Platz 44 weit vor Kobo, ebook.de und Comixology.

Ja bei dem Transmedia Projekt Netwars – eine einzigartige Coop von arte.tv und Bastei-Lübbe ist inzwischen die Webdoku und die Reportage angelaufen, beide gestalterisch gut gemacht, inhaltlich kriegt man Gänsehaut bei den Insights die man dort erfährt. Um die Zeit bis zum Release der Graphic Novel zu verkürzen werft doch einen Blick auf die beiden Projekte:

Nawlz – ein dystopischer interaktiver Cyberpunkt-Comic (sehr spannend auch das Howto-Video – Wenn ihr erfahren wollte wie solche Meisterwerke gemacht werden) – die ersten beiden Episoden gibts im Netz for free.

Auch sehr lohneswert ist das Storytelling Game Prisom – die neueste Fiktion zum Thema Überwachungstaat – von dem Multimedia Artist Andy Campell – ich frag mich, wann endlich mal ein Verlag diesen Entwickler entdeckt – wenn jemand interaktive Fiktion verstanden hat, dann er..

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Damit wären wir auch bei Thema #2: Geile Projekte

Das wäre zu aller erst: Das neue Buch von Lipestrips-Autor Marc Seestaedt: Intimacy and Confusion in the digital Age

Wie gewohnt ein feinfühliges Porträt des Lebens von Endzwanziger und stimmige Bilder für dieses gar nicht so einfach zu beschreibende Gefühl, das seit dem Internet das mit der Liebe und der Intimität alles ganz anders ist.

Außerdem dem großartigen Buch, gabs bei der Bestellung noch eine witziges Überraschung: Buy local n gut 🙂

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Auch bei meinen Lieblingsprojekte hat sich einiges getan: Inanimate Alice ist jetzt unter der Feder von Andy Campbell (Dreaming Methods) neu als iPad-App herausgekommen. Ein liebevolles interaktives Kleinod über die Welt aus der Sicht der Kinder von digital Natives: Wer kurz reinschnuppern mag: Hier gibts den Trailer. Neuester Zuwachs ist außerdem ein Teachers Package – eine Unterrichtseinheit zum Thema Digitale Medien für die Grundschule und – tadaa! eine deutsche Übersetzung der Geschichte 🙂

Inzwischen hat es sich ja rumgesprochen: Die Quelle für die allerneuesten geilen Comics, quasi noch bevor sie gedruckt worden sind, ist die Crowdfunding Plattform Kickstarter: Als besonders unterstützenswertes Projekt möchte ich euch ans Herz legen: Geeks and Greeks. Eine Story über zwei MIT-Stundenten die mit Gadgets und Codes ausgestattet einen High-Tech-Streichewettkampf – also quasi ein Hanni und Nanni für Nerds 🙂

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Bei der bunten Fantasy-Kinder-Serie Wormwold Saga gehts momentan etwas langsam voran: 40% vom 6. Band sind schon fertig. Außerdem gibt es schon Papierfaltvorlagen für Wormworld-Saga Spielfiguren – auf die ersten 3D-Druckvorlagen werden wir wohl noch ein bisschen warten müssen.

Und zu guter Letzt die versprochenen Gratis Comics

Es ist schon echt verrückt, im Sekundentakt enstehen im Web ganze Genres. Meine neueste Entdeckung: Rage Comics – Überhaupt, was soll das eigentlich mit diesen Mems? – Ist das Comic oder kann das weg?

Meine erste Ressource für gute kostenlose Comics ist die Plattform My Comics. Hier zum Beispiel eine kurze Episode zum Thema Homophobe Gesetzgebung in Russland:

http://www.mycomics.de/comic-pages/6914-es-gibt-nichts-gutes.html#page/1/mode/1up

Für Freunde des Nerd-Klassikers xkcd empfehle ich von Wolfgang Buechs „Zuhause während der digitalen Revolution

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Viele alte Comics gibts in ihrer digitalen Version beim Digital Comic Museum. Da setzen sie wenigstens keinen Staub an 🙂

Nicht ganz gratis, sonder Pay-What-You Want: das erste Comic Humple Bündle. Die Plattform Humple Bündle bietet unterschiedlichste Medien von Indie-Autoren, wie e-Books, Spiele und Musik in 10er-Häppchen unter einem ganz besonderen Preismodell an: Jeder entschiedet wieviel er bezahlt, und wie das Gedl zwischen Autoren, Plattform und Charity-Projekten aufgeteilt wird.

Last but not least noch ein kleiner Tribut an den Comic Pionier Scott McCloud. Eine tragisch-komische Liebesgeschichte um eine Telefonnummer und ein Missverständnis: „The right Number

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Blogger schenken Lesefreude – Ergebnis

So, och wenn das iPhone beim Dokumentieren der Ergebnisse ein bisschen zickt – Der Crystal Ball hat gesprochen:

Das Buch „Männerseelen – Ein psychologischer Reiseführer“ von Björn Süfke erschienen bei Goldmann Verlag geht an:

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Das Buch „Data Unser – Wie Kundendaten unsere Wirtschaft revolutionieren“ erschienen im Redline Verlag geht an:

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Und die Möglichkeit mit mir zusammen die neuen Funktionalität von Bookry Widgets auszuprobieren geht an:

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Für das weitere Prozedere schreib ich nachher noch eine Mail an die Gewinner 🙂

Blogger schenken Lesefreude


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Hallo liebe Lesefreunde,

hab mich noch mal kurzfristig umentschieden und verlose nicht die Print-Version des Wikibooks „Gitarre spielen“ 🙂

Sondern ich packe mal drei Bücher auf den Tisch, die ich wirklich spannend finde:

1. Männerseelen – Ein wirklich hilfreiches Buch über Männer und Gefühle.. nicht dieser ganze Mars-Venus-Ratgeber-Sch**

2. Data Unser – Ein Sachbuch, dass auf einfache Art und Weise erklärt was Big Data so ist, und was man damit alles anstellen kann.

3. Bookry – Hab gestern diese spannende Library von Widgets für iBook-Author entdeckt – Wenn jemand Lust hat, dann schickt mir einfach ein Thema für ein interaktives Buch und i
ch bastel ein kleines Exemplar so 10 Seiten oder so.. Macht so denk ich mehr Spaß als mit Blindtext 🙂

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Wer eines dieser Bücher bekommen möchte, postet einfach einen kurzen Kommentar unter diesen Beitrag.

Wenn es zwei Menschen gibt, die dasselbe Buch haben wollen, dann entscheidet der unerbittliche Arduino Crystal Ball..

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Datenbasierter Buchhandel

So letzte Woche gab es keinen Beitrag, war beschäftigt mit Arbeitssuche und dem Erwerb von ein paar neuer Gadgets für mein Smart Home:

Arduino: Check – Auf dem Arduino Day mal nen Einsteiger-Workshop gemacht – inzwischen schon lustige Dinge wie Keyboard oder Theremin gebaut, oder hier das Is-This-A-Readworthy-Book-Meter (s.u) – Einfach auf das Backcover legen, Knopf drücken, und die Platine sagt dir, ob’s ein gutes Buch ist 🙂 IMG_0676

Nähmaschine: Check – Nur noch rauskriegen, wie man den Faden auf die Spulen kriegt.

Staubsaugerroboter: Süßes Tribble-ähnliches Gadget für 53 € bei http://www.japantrendshop.com – noch zu bestellen

Hygrometer (Messgerät zur Kontrolle der Feuchtigkeit): bestellt

Solar-Panel für den Gadget-Park: für 129 bei https://shop.changers.com/eu/

Der Rest, was man so braucht – steht ja im Fablab 🙂

Freifunk-Router: Steht noch im Humanist Lab, Ende der Woche hoffentlich repariert.

 

>>> Eigentliches Thema des heutigen Artikels: Data-Based Social Bookselling.

Dazu nochmal kurz im Vergleich die Frage: Worauf beruhen Buchempfehlungen?

bei Amazon: Kaufentscheidungen+Gewinnstreben

beim Buchhändler um die Ecke: Bestsellerliste+Verlagsinformationen+5 Minuten Verkaufsgespräch+Menschenkenntnis+persönliche Erfahrung+Gewinnstreben

aus dem Freundeskreis: Einschätzung der Persönlichkeit+eigene Leseerfahrungen+Freundschaftliches Interesse

in Buchempfehlungscommunitys: Auf Profilinformationen basierende Ähnlichkeit+persönlich gefärbte Leseerfahrungen+Geltungsbedürfnis

Alles irgendwie schon sehr gute Möglichkeiten, aber noch nicht optimal.. Oder kriegt ihr von einer dieser Quellen schon jeden Tag 10 Empfehlungen für Bücher, die euer Leben verändern? Geschichten, die so vielfältig und eindrücklich sind wie eure eigenen Träume?

Daher mal ein Vorschlag für Menschen mit Big-Data-Anschluss, wie eben das gehen könnte: Data-Based Social Bookselling Ein Buchempfehlungsexperte – egal ob Buchhändler, Verlagsmensch oder Power Reader – hat Zugriff auf folgende Pools:

  • Profilinformationen Social Media
  • Profilinformationen Buch-Communitys
  • vom eReader getrecktes Leseverhalten
  • eine Möglichkeit zu strukturiertem Zugang zu Verlagsinformationen
  • optimalerweise noch eine Beziehung/eine Portion Menschenkenntnis/oder ein Interesse an der anderen Person
  • ein bisschen Talent diese Ressourcen zu nutzen

=> Tadaa!  Die geilsten Buchempfehlungen ever (Anstatt Algorithmen zu bauen, die menschliche Entscheidungsprozesse nachbauen, gebt doch lieber den Menschen einfachen Zugriff auf die richtigen Daten, oder nicht?)

Social Media im Buchhandel – Im Gespräch mit John Cohen

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So, zwei Rezensionen sind dann aber auch genug. Heute probiere ich mich mal an der Textsorte Interview:

Dazu war ich in einer kleinen Buchhandlung auf St.Pauli mit Gespräch mit dem Buchhändler John Cohen (cohen+dobernigg)

Das Thema über das wir gesprochen haben, war Social Media und seine Einsatzmöglichkeiten im Buchhandel:

 

* Welche Social-Media Kanäle nutzen sie für Ihre Buchhandlung?

Hauptsächlich unsere Facebook-Seite und natürlich unseren E-Mail-Verteiler.

Welche Art von Informationen teilen Sie dort mit Ihren Kunden?

 Auf unserer FB-Seite finden sich unsere Veranstaltungen in den Buchhandlung, wie z.B. Verlagsevents oder Lesungen und monatlich empfehlen wir fünf besondere Bücher in der Aktion: Perlen des Monats.

Außerdem machen wir gerne sichtbar was gerade an besonderen Ereignissen oder Aktionen im Laden los ist. z.B. unseren Büchertisch zum #indiebookday:

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Manchmal finden wir auch mal Branchennews oder eine Rezension so spannend, dass wir sie teilen. Der Fokus liegt aber ganz klar auf dem, was hier im Laden stattfindet und unseren Büchern.

 

 *Über welche Kanäle erhalten Sie Kundenfeedback und  wie gehen Sie mit positiven wie negativem Feedback um?

 Das positive Feedback unserer Kunden lesen wir natürlich immer gerne, wenn es ein Post ist, wo es klar ist, der Kunde möchte eine Antwort, bekommt der Kunde die natürlich. Negatives Feedback kam bisher nicht vor, – für den Fall, dass – gehen wir damit natürlich genauso professionell und freundlich um, wie wenn der Kunde bei uns in der Buchhandlung steht.

Allerdings hat für uns das Geschehen im Laden Vorrang und wir sind deshalb nicht den ganzen Tag ohne Pause auf Facebook.

Neben dem Bücher verkaufen ist die Kernkompetenz des Buchhändlers die Buchempfehlung und die direkte Beratung des Kunden. Empfehlen Sie Bücher über Social Media? Nutzen Sie diese Medien zur individuellen Beratung?

Unsere Stammkunden, die wir schon länger kennen, fragen öfter mal eine Beratung per Mail nach. Eine Empfehlungsanfrage per Facebook hat uns bisher noch nicht erreicht.

Natürlich bekommt jeder Kunde, egal auf welchem Kanal die Buchempfehlung eingeht eine Antwort. Eine Beratung im Laden hat natürlich Vorteile, man kann gemeinsam in den Regalen stöbern und beim Anfassen und Betrachten der Bücher bekommt man nochmal ganz andere Impulse.

Dass wir Social Media Profile als Beratungsinstrument nutzen ist aus Kundenperspektive aus Datenschutzgründen u.a wahrscheinlich auch gar nicht gewünscht.

*  Sind sie beruflich oder privat in Buchempfehlungscommunitys wie lovelybooks oder goodreads aktiv?

 Nö. Lovelybooks habe ich 2-3 mal ausprobiert, um mir einen Einblick zu verschaffen. Allerdings finden sich dort Menschen aus ganz Deutschland mit sehr unterschiedlichen Buchinteressen. Um Kunden zu generieren, ist es für uns aber nicht die richtige Plattform.

Eine andere Form der Buchempfehlung sind Rezensionen. Veröffentlichen Sie Rezensionen auf ihren Social Media Plattformen?

 In der Regel veröffentlichen wir als Buchhändler keine Rezensionen, wenn ein Buch uns ganz besonders gut gefällt, mag ich das aber auch nicht ausschließen.

Was halten Sie von Displays im Verkaufsraum, wann steht hinter ihrem Tresen die erste Twitter Wall?

 Wird nicht passieren. Nicht aus einer kulturpessimistischen Position, sondern weil wir uns bewusst sind, was unsere Stärken und die Bedürfnisse unserer Kunden sind. In einer informationsüberfluteten Zeit bieten wir unserem Kunden mit unserer Buchhandlung einen ruhigen Ort, an dem man ohne Bedenken auch mal offline gehen kann und sich ganz auf sich und seine Bücher konzentrieren kann. Deshalb gibt es bei uns z.B. auch keine Werbeplakate.

Bei uns sprechen die Bücher für sich!

 

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cohen+dobernigg ist eine kleine Buchhandlung für besondere Bücher auf St. Pauli.

Dort findet man neben bekannten Standards gedruckte Delikatessen, die in der Flut der lieferbaren Bücher leider oft untergehen. Besondere Schwerpunkte sind hierbei die erzählende Literatur und alle Aspekte des kulturellen Lebens wie Film, Theater, Popkultur, Design, Photographie, Mode, Denken u.a.

Alles weitere gibts Online unter: http://www.codobuch.de oder auf der Facebook-Seite

Der klügste Mensch auf Facebook – Über Rezensionen, Revolutionen und Twitter

cover-02-saeed-692x1039-fertig9. Februar 2012 um 1:0
Facebookiges:
Wenn ich darüber nachdenke, einige meiner Facebook-Freunde zu löschen, zögere ich bei einigen Fällen. Es folgen Beispiele:
Ein albernes Mädchen, dessen gesamte Facebook-Aktivität sich auf Horoskope und Bilder mit Herzchen beschränkt / das aber dafür sehr hübsch ist.
Ein regimetreues Mädchen / das aber dafür Bilder von sich im Bikini postet.
Ein Freund, der mir mit seinen ständigen Mahmud-Darwisch-Zitaten wahnsinnig auf die Nerven geht / der mir aber dafür regelmäßig Likes gibt.
Freunde, die sich überhaupt nicht für mich interessieren (Dichter, Autoren, Journalisten, Künstler etc.) / die aber einfach fette Kontakte sind.
Freunde, die über keine einzige positive oder zumindest zu mir passende Eigenschaft verfügen, und für die einfach gar nichts spricht / mit denen meine Facebook-Freundschaft aber obligatorisch ist, so dass es außerhalb meiner Entscheidungsmacht steht, sie zu löschen.
Zum Beispiel habe ich einmal meinen Cousin gelöscht. Daraufhin kam seine Mutter und hat sich bei meiner Mutter beschwert und dann den Kontakt abgebrochen. Es hätte beinahe einen Bürgerkrieg gegeben.
124 Likes“ – Auszug aus: Aboud Saeed. „Der klügste Mensch im Facebook.“

knesebeck-zahras-paradise-1800 Ein Buch, dass mich schon während der ersten 34 Seiten / nach 5 Minuten Lesezeit in seinen Bann zieht.
Ich erinnere mich wieder, wie ich vor 4-5 Jahren, als ich angefangen habe mich mit Digital Publishing zu beschäftigen eines der ersten Webcomic Projekte das +über meinen Bildschirm geflimmert ist: „Zarah’s Paradise“ war: Seitdem ist mir klar: „Yes, the revolution will be tweeted.“ Ein Interview mit Amir Soltani (Autor von Zarah’s Paradise) und Khalil (Illustrator) findet ihr auf: http://www.jadaliyya.com/pages/index/2607/zahras-paradise_an-interview-with-amir-and-khalil

Die vielbeschworene globale Öffentlichkeit existiert, wir nehmen aus unseren sicheren Zimmer in Neukölln oder Wilhelmsburg Anteil am Geschehen im Iran, in Syrien, auf dem Tahir, dem Gezi Park, dem Puerta del Sol, dem Maidan.

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 Ein Foto, das ich auf einer Euro-Maidan Solidaritätsdemonstration auf dem Puerta del Sol vor ca. zwei Wochen gemacht habe, macht für mich noch einmal greifbar, dass diese Plätze nicht im digitalen Diskurs, sondern auch im realen Leben verbunden sind.

Die enorme Kraft mit der Jugendliche den politischen Konflikten dieser Welt ihr eigenes Leben abringen, ist mir schon seit der Lektüre  des Buches „Spunk“ klar.  Vage erinnere ich mich an einen Satz von dem Autor Gabriel S. Moses auf der #lbm12: „In Israel, wo jeder kleinste Moment des Lebens so vollgesogen ist mit Politik, da bedeutet Punk sein, radikal unpolitisch zum sein. Wenn ich versuche, dass einer Punkerin in Deutschland zu erklären, treffe ich auf absolutes Unverständnis“ (Eine Rezension der Graphic Novel „Spunk“ – über den Selbstmord eines Emo-Mädchens in der Jüdischen Allgemeinen: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/7061)

41UJsCe-jdL._SY300_Auf Twitter gerinnt unser Leben gerinnt in Sekundenbruchtteil zu Geschichte, jeden Tag kann ich mich dort in den Stream of Consciounsess vieler vieler Menschen auf der Welt einklinken kann,
doch die Anzahl der Menschen, die in ihren Tweets Sprachgenauigkeit und Sprachwitz und einen präzisen Rundblickblick auf das Geschehen, und die Antennen für die Social Signicance ihrer Sprechakte haben scheint noch gering zu sein. Um so dankbarer bin ich für Autoren wie Aboud Saeed.

Um dem Buch einen größeren Kontext zu geben, lese ich parallel dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Bürgerkrieg_in_Syrien. Oder zumindest würde ich es gerne, aber neben diesem Text ist einfach kognitiv kein Platz für einen Second Screen. Also schön nacheinander. Fuck Multi-Tasking. Slow Life. YOLO – oder wie mein Yoga-Lehrer immer sagt: Atmen!

„24. Februar 2012 um 21:54
Die Minze in meinem Tee ist wichtiger als das Pokémon auf deiner Unterhose.
24 Likes“ – Auszug aus: Aboud Saeed. „Der klügste Mensch im Facebook.“

Wenn ich in der Presse lese, dass es Schüler gibt, die nach dem Abitur ihre Koffer packen und nach Syrien fliegen, um dort am Bürgerkrieg teilzunehmen (http://www.zeit.de/politik/2013-05/extremismus-dschihad-syrien-schueler-lamya-kaddor), dann stelle ich mir bestürzt die Frage: „Und das einzige, was ich, der sich dessen bewusst wird tue ist, ist vor meinem Laptop zu sitzen und e-Books zu rezensieren?“

Für dieses Dilemma weiß ich nur einen Ausweg, ich flüchte mich aus dem Digitalen ans Papier:

„Wenn es das Absurde gibt, dann nur im Universum des Menschen. Sobald dieser Begriff sich in ein Sprungbrett zur Ewigkeit verwandelt, ist er nicht mehr mit der menschlichen Hellsichtigkeit verbunden. Dann ist das Absurde nicht mehr die Evidenz, die der Mensch feststellt, ohne in sie einzuwilligen. Der Kampf ist dann vermieden. Der Mensch integriert das Absurde und läßt damit sein eigentliches Wesen verschwinden, das Gegensatz, Zerrissenheit und Entzweiung ist. Dieser Sprung ist ein Ausweichen.“ – Der Mythos des Sisyphos: 6. Aufl., Reinbek, 2004, S. 50f.

P.S. Wo hab ich dieses großartige Buch eigentlich her? Mein neuer Lieblingsbuchladen (Seit Cory Doctorow ist es ja en vogue am Kapitelanfang jeweils seine Lieblingsbuchhandlungen zu zitieren) ist die schnuckelige e-Book Boutique https://minimore.de

★★★★★ von 5 für Aboud Saeed – Der klügste Mensch auf Facebook

★★★★ von 5 für minimore.de