In 5 Minuten zum eigenen eBook-Shop mit „My Independent Book Shop

Penguin RandomHouse macht es vor, wie das mit dem Bücher empfehlen im Internet wirklich geht:

In Zusammenarbeit mit dem eCommerce-Unternehmen „The Hive“ startet Randomhouse eine spannende Webshop-Plattform speziell konzipiert für Indie-Buchhandlungen.

Ihre zwölf interessantesten Buchempfehlungen präsentieren die 70 bisherigen Partnerbuchhandlungen jeweils in ihren
Aber auch andere Buchmenschen können mit ihrer persönlichen Lieblingsbuchhandlung mit einer handverlesenen Empfehlungsliste unterstützen. 5% (Print-Buch) bzw. 8% (eBook) Unterstützung geht

Das Design der jeweiligen Regale ist ziemlich minimal. Ähnliche wie in einen iBooks-Rgal stehen die Buchcover im Vordergrund. Allerdings kann man für den persönlichen Touch aus einer kleinen Anzahl von Themes auswählen.
Allerdings hat die Plattform auf den ersten Blick zwei erkennbare Mankos: Keine Satz- und Sonderzeichen in Shop-Titel und Shop-Beschreibung – okay, das kann man noch verschmerzen
Allerdings scheint die Datenbank im Hintergrund nicht ganz uptodate zu sein. So wird zum Beispiel mein aktuelles Lieblingsbuch: Aboud Saeed – The smartest guy on Facebook dort nicht gefunden.. Eigentlich sollte das größte Verlagshaus der Welt doch an ordentliche Metadaten kommen…

Die Bedienung der Oberfläche ist intuitiv und ziemlich. Innerhalb von kaum mehr als 5 Minuten steht der eigene kleine Online-Buchhandel.

Aus Käufersicht ist der Buch-Shop auch ziemlich schön gestaltet. Die Metapher „Eine Stadt voller Buchläden“ – das Paradies jedes Buchliebhabers wird konsequent durchgehalten. Im Schaufenster des Shops sehe ich drei große Cover, bei einem Klick auf die virtuelle Tür kann ich mir das gesamte Sortiment ankucken. Per Kontaktformular kann ich mir direkt vom Buchhändler eine Empfehlung abholen (Social Bookselling – und alle so year!) – schlägt die Buchhändlertipps von der Thalia-Website um Längen 🙂

Außerdem kann ich die Shops ansehen, die der jeweilige Shop-Besitzer empfiehlt ankucken, also seine „Street“ betreten. Eine spannende assoziative Art zu suchen!

Noch ein Wort zum Hive Network: Hive ist eine Buy-Locally-Online Initiative: Das heißt, auf der zentralen Plattform kann man bei lokalen Einzelhändlern online einkaufen (ein Prinzip, dass in Deutschland z.B. von dem Online-Marktplatz Fairnopoly angeboten wird). Find ich ne spannende Idee, weil – mal ehrlich – trotz aller Buy Local Plakate und Postkarten kauf ich immer noch online ein. Regale stöbern mach ich nur alle paar Monate mal.. Daher ist die Verbindung zwischen Couch und Indie-Buchhändler imho genau die richtige Lösung. Klappt mit dawanda ja auch 🙂

Falls ihr Lust habt meine Empfehlung anzusehen, dann werft doch mal einen Blick in meine Filiale „Chuck Norris has a bookstore“.  Meine Devise für’s Bücherempfehlen lautet: „Das ist doch wie Kickboxen. Jeder Vorschlag muss sitzen!“

https://www.myindependentbookshop.co.uk/BeyondEbooks

„Chuck Norris ist kein Buchhändler, er ist eine Recommendation Engine“

„Und dann hat Chuck Norris Jeff Bezos nen Roundhouse-Kick verpasst!“

„Chuck Norris liest keine Bücher. Er starrt sie solange an, bis die Bücher sich selbst vorlesen.“

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Digitale Comics – Webschau 2014

Noch wenige Tage und dann ist – nein nicht Weihnachten sondern der Gratis-Comic-Tag. Zeit wird’s für eine Rundumschau im digitalen Comic – was war los, was passiert 2014.

Für die Infoporn-Junkies: Einen guten Überblick von Nerdsupreme zum Thema: Wer liest eigentlich digitale Comics:?

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Industry News:

Amazon kauf comixology – Die us-amerikanische Comic-App-Plattform wird Opfer ihres eigenen Erfolges. Da fragt man sich, welcher deutsche Filialist schnappt sich die hiesige Plattform Mad Dogs?

Marvel startet deutsche Comic-App – Der Kult-Verlag bringt mit dem Launch seiner lokalisierten App Bewegung in den deutschen Markt. Aktuell Platz 44 weit vor Kobo, ebook.de und Comixology.

Ja bei dem Transmedia Projekt Netwars – eine einzigartige Coop von arte.tv und Bastei-Lübbe ist inzwischen die Webdoku und die Reportage angelaufen, beide gestalterisch gut gemacht, inhaltlich kriegt man Gänsehaut bei den Insights die man dort erfährt. Um die Zeit bis zum Release der Graphic Novel zu verkürzen werft doch einen Blick auf die beiden Projekte:

Nawlz – ein dystopischer interaktiver Cyberpunkt-Comic (sehr spannend auch das Howto-Video – Wenn ihr erfahren wollte wie solche Meisterwerke gemacht werden) – die ersten beiden Episoden gibts im Netz for free.

Auch sehr lohneswert ist das Storytelling Game Prisom – die neueste Fiktion zum Thema Überwachungstaat – von dem Multimedia Artist Andy Campell – ich frag mich, wann endlich mal ein Verlag diesen Entwickler entdeckt – wenn jemand interaktive Fiktion verstanden hat, dann er..

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Damit wären wir auch bei Thema #2: Geile Projekte

Das wäre zu aller erst: Das neue Buch von Lipestrips-Autor Marc Seestaedt: Intimacy and Confusion in the digital Age

Wie gewohnt ein feinfühliges Porträt des Lebens von Endzwanziger und stimmige Bilder für dieses gar nicht so einfach zu beschreibende Gefühl, das seit dem Internet das mit der Liebe und der Intimität alles ganz anders ist.

Außerdem dem großartigen Buch, gabs bei der Bestellung noch eine witziges Überraschung: Buy local n gut 🙂

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Auch bei meinen Lieblingsprojekte hat sich einiges getan: Inanimate Alice ist jetzt unter der Feder von Andy Campbell (Dreaming Methods) neu als iPad-App herausgekommen. Ein liebevolles interaktives Kleinod über die Welt aus der Sicht der Kinder von digital Natives: Wer kurz reinschnuppern mag: Hier gibts den Trailer. Neuester Zuwachs ist außerdem ein Teachers Package – eine Unterrichtseinheit zum Thema Digitale Medien für die Grundschule und – tadaa! eine deutsche Übersetzung der Geschichte 🙂

Inzwischen hat es sich ja rumgesprochen: Die Quelle für die allerneuesten geilen Comics, quasi noch bevor sie gedruckt worden sind, ist die Crowdfunding Plattform Kickstarter: Als besonders unterstützenswertes Projekt möchte ich euch ans Herz legen: Geeks and Greeks. Eine Story über zwei MIT-Stundenten die mit Gadgets und Codes ausgestattet einen High-Tech-Streichewettkampf – also quasi ein Hanni und Nanni für Nerds 🙂

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Bei der bunten Fantasy-Kinder-Serie Wormwold Saga gehts momentan etwas langsam voran: 40% vom 6. Band sind schon fertig. Außerdem gibt es schon Papierfaltvorlagen für Wormworld-Saga Spielfiguren – auf die ersten 3D-Druckvorlagen werden wir wohl noch ein bisschen warten müssen.

Und zu guter Letzt die versprochenen Gratis Comics

Es ist schon echt verrückt, im Sekundentakt enstehen im Web ganze Genres. Meine neueste Entdeckung: Rage Comics – Überhaupt, was soll das eigentlich mit diesen Mems? – Ist das Comic oder kann das weg?

Meine erste Ressource für gute kostenlose Comics ist die Plattform My Comics. Hier zum Beispiel eine kurze Episode zum Thema Homophobe Gesetzgebung in Russland:

http://www.mycomics.de/comic-pages/6914-es-gibt-nichts-gutes.html#page/1/mode/1up

Für Freunde des Nerd-Klassikers xkcd empfehle ich von Wolfgang Buechs „Zuhause während der digitalen Revolution

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Viele alte Comics gibts in ihrer digitalen Version beim Digital Comic Museum. Da setzen sie wenigstens keinen Staub an 🙂

Nicht ganz gratis, sonder Pay-What-You Want: das erste Comic Humple Bündle. Die Plattform Humple Bündle bietet unterschiedlichste Medien von Indie-Autoren, wie e-Books, Spiele und Musik in 10er-Häppchen unter einem ganz besonderen Preismodell an: Jeder entschiedet wieviel er bezahlt, und wie das Gedl zwischen Autoren, Plattform und Charity-Projekten aufgeteilt wird.

Last but not least noch ein kleiner Tribut an den Comic Pionier Scott McCloud. Eine tragisch-komische Liebesgeschichte um eine Telefonnummer und ein Missverständnis: „The right Number

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Blogger schenken Lesefreude – Ergebnis

So, och wenn das iPhone beim Dokumentieren der Ergebnisse ein bisschen zickt – Der Crystal Ball hat gesprochen:

Das Buch „Männerseelen – Ein psychologischer Reiseführer“ von Björn Süfke erschienen bei Goldmann Verlag geht an:

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Das Buch „Data Unser – Wie Kundendaten unsere Wirtschaft revolutionieren“ erschienen im Redline Verlag geht an:

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Und die Möglichkeit mit mir zusammen die neuen Funktionalität von Bookry Widgets auszuprobieren geht an:

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Für das weitere Prozedere schreib ich nachher noch eine Mail an die Gewinner 🙂

Blogger schenken Lesefreude


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Hallo liebe Lesefreunde,

hab mich noch mal kurzfristig umentschieden und verlose nicht die Print-Version des Wikibooks „Gitarre spielen“ 🙂

Sondern ich packe mal drei Bücher auf den Tisch, die ich wirklich spannend finde:

1. Männerseelen – Ein wirklich hilfreiches Buch über Männer und Gefühle.. nicht dieser ganze Mars-Venus-Ratgeber-Sch**

2. Data Unser – Ein Sachbuch, dass auf einfache Art und Weise erklärt was Big Data so ist, und was man damit alles anstellen kann.

3. Bookry – Hab gestern diese spannende Library von Widgets für iBook-Author entdeckt – Wenn jemand Lust hat, dann schickt mir einfach ein Thema für ein interaktives Buch und i
ch bastel ein kleines Exemplar so 10 Seiten oder so.. Macht so denk ich mehr Spaß als mit Blindtext 🙂

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Wer eines dieser Bücher bekommen möchte, postet einfach einen kurzen Kommentar unter diesen Beitrag.

Wenn es zwei Menschen gibt, die dasselbe Buch haben wollen, dann entscheidet der unerbittliche Arduino Crystal Ball..

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Datenbasierter Buchhandel

So letzte Woche gab es keinen Beitrag, war beschäftigt mit Arbeitssuche und dem Erwerb von ein paar neuer Gadgets für mein Smart Home:

Arduino: Check – Auf dem Arduino Day mal nen Einsteiger-Workshop gemacht – inzwischen schon lustige Dinge wie Keyboard oder Theremin gebaut, oder hier das Is-This-A-Readworthy-Book-Meter (s.u) – Einfach auf das Backcover legen, Knopf drücken, und die Platine sagt dir, ob’s ein gutes Buch ist 🙂 IMG_0676

Nähmaschine: Check – Nur noch rauskriegen, wie man den Faden auf die Spulen kriegt.

Staubsaugerroboter: Süßes Tribble-ähnliches Gadget für 53 € bei http://www.japantrendshop.com – noch zu bestellen

Hygrometer (Messgerät zur Kontrolle der Feuchtigkeit): bestellt

Solar-Panel für den Gadget-Park: für 129 bei https://shop.changers.com/eu/

Der Rest, was man so braucht – steht ja im Fablab 🙂

Freifunk-Router: Steht noch im Humanist Lab, Ende der Woche hoffentlich repariert.

 

>>> Eigentliches Thema des heutigen Artikels: Data-Based Social Bookselling.

Dazu nochmal kurz im Vergleich die Frage: Worauf beruhen Buchempfehlungen?

bei Amazon: Kaufentscheidungen+Gewinnstreben

beim Buchhändler um die Ecke: Bestsellerliste+Verlagsinformationen+5 Minuten Verkaufsgespräch+Menschenkenntnis+persönliche Erfahrung+Gewinnstreben

aus dem Freundeskreis: Einschätzung der Persönlichkeit+eigene Leseerfahrungen+Freundschaftliches Interesse

in Buchempfehlungscommunitys: Auf Profilinformationen basierende Ähnlichkeit+persönlich gefärbte Leseerfahrungen+Geltungsbedürfnis

Alles irgendwie schon sehr gute Möglichkeiten, aber noch nicht optimal.. Oder kriegt ihr von einer dieser Quellen schon jeden Tag 10 Empfehlungen für Bücher, die euer Leben verändern? Geschichten, die so vielfältig und eindrücklich sind wie eure eigenen Träume?

Daher mal ein Vorschlag für Menschen mit Big-Data-Anschluss, wie eben das gehen könnte: Data-Based Social Bookselling Ein Buchempfehlungsexperte – egal ob Buchhändler, Verlagsmensch oder Power Reader – hat Zugriff auf folgende Pools:

  • Profilinformationen Social Media
  • Profilinformationen Buch-Communitys
  • vom eReader getrecktes Leseverhalten
  • eine Möglichkeit zu strukturiertem Zugang zu Verlagsinformationen
  • optimalerweise noch eine Beziehung/eine Portion Menschenkenntnis/oder ein Interesse an der anderen Person
  • ein bisschen Talent diese Ressourcen zu nutzen

=> Tadaa!  Die geilsten Buchempfehlungen ever (Anstatt Algorithmen zu bauen, die menschliche Entscheidungsprozesse nachbauen, gebt doch lieber den Menschen einfachen Zugriff auf die richtigen Daten, oder nicht?)

Podiumsdiskussion Words & Money (Buchmesse 2014)

Words and Money

Eine Diskussion zum Thema Demokratisierung und totalitäre Tendenzen im Publishing – Crowdfunding vs. Walled Gardens

Es diskutieren:

  1. Zoe Beck (Verlegerin culturbooks)
  2. John Mitchinson (Verleger Unbound – ein britischer Crowdfunding Verlag)
  3. Georg M. Oswald (Verlagsleiter Berlin Verlag)
  4. Mathias Gatza (Fiktion – Literaturvermittler für hochwertige Netztexte)

Angesichts der gestrigen Ankündigung von Amazon nun auch in Deutschland verlegerisch aktiv zu werden (lesen.net berichtete) beginnt das Podium Words & Money mit der Frage nach dem Einfluss dieses Schritts auf das Geschäft der Teilnehmer:

Mitchinson, Verleger des britischen Crowdfunding-Verlages Unbound äußert seine generelle Begeisterung für disruptive Geschäftsmodelle, warnt jedoch im selben Atemzug vor Unternehmen, die Marktmacht und totale Kontrolle der Lieferkette zwischen Autor und Leser in sich vereinen.

Zoe Beck bezeichnet die Trennlinie zwischen Papierbuch im Sortiment und eBook auf dem Kindle weiterhin als lebensfähiges Modell und zeigt sich erfreut über die Meldung des Internetversenders.

Matthias Gatza warnt in der Diskussion auch vor der Marktmacht der beiden großen internationalen Verlagsgruppen und bricht eine Lanze für die Differenzierung des Buchmarktes, an der sowohl Leser als auch Autoren ein hohes Interesse haben.

Die zweite Frage, die den Moderator umtreibt, – spielt auch die klassische Klaviatur der Digital Publishing Podien, die Frage nach Zahlen, Geschäftsmodellen, dem großen Geld und – neu im Konzert – Autorenbindung.

Zoe Beck überzeugt ihre Autoren mit ihrer Experimentierfreude und der textlichen Freiheit, die diese bei culture books genießen. Da sie Autoren sehr gezielt anspricht, die sie persönlich begeistern ist wie sie sagt: „keine weitere Überzeugungsarbeit nötig.“ Maßgabe für die Preisgestaltung ist weniger die Länge des Textes sondern ganz pragmatisch der nötige Aufwand zur Veröffentlichung. Preispanne von culture books liegt momentan zwischen 0.99 EUR und 12.99 EUR.

Bei Unbound trifft der „Verleger“ Mitchinson zwar eine Vorauswahl der dort vorgestellten Projekt, die eigentlichen verlegerische Entscheidungen, sondern Community. Die durchschnittliche Summe, die die begeisterten User zur Verfügung stellen beträgt zwischen 2-3.000 EUR für ein eBook-only Projekt und 60.000 EUR für ein illustriertes Werk. Der Brite äußert seine Begeisterung für das booklovers paradise Deutschland. Die Gatekeeper-Rolle sieht er auch beim Crowdpublishing immer noch intakt, jedoch stehen die Türen weiter offen, da die Kosten für einen Pitch für die zukünftigen Autoren minimal sind. Im Unterschied zum klassischen Verlegen sieht er seine Unternehmung als Joint Venture zwischen Autor und Verleger.

Die Demokratisierung des Publizieren ist für ihn Chance für Special Interest Titel, die Gefahr das sein Programm durch eine von großen Verlagsgruppen an Genre-Content gewöhnte Crowd popularisiert wird ist in den Augen des gesamten Podiums unbegründet. Auf der Frage von Oswald nach Tantiemen, antwortet Mitchinson, dass dieses absolut transparent kommuniziert werden und alle Gewinn aus den Print-Runs (500-1000 Kopien) im Verhältnis 50/50 geteilt werden. Für Nachauflagen verhandle man individuell, da die Selfpublisher, die auf Unbound veröffentlichen hier für deutlich unternehmerischer gesprägte Modelle als klassische Verlagsautoren nachfragen.

Im Bereich hohe Literatur spielt laut Verlagsleiter Georg M. Oswald das digitale Geschäft beim Berlin-Verlag wie erwartet noch keine große Rolle und auch im Bereich Genreliteratur verhält sich das eBook eher ungewohnt bescheiden.

Mathias Gatzka fasst gegen Ende des Gesprächs noch einmal zusammen, welche Widerstände Textformen die vom realistisch erzählten Roman abweichen zu überwinden haben. Angesichts der neuen Möglichkeiten, die sich für den Literaturvermittler mit seinem Textportal „Fiktion“, das eine Breite unterschiedlichster literarischer Textformen versammelt, sieht er die zunehmende Konzentration kritisch, möchte sie jedoch angesichts der gegenläufig stattfindenden Demokratisierung des Publizieren, die im Internet vorangetrieben wird nicht einseitig dämonisieren.

VLB stellt (Pan)Thema vor (Buchmesse 2014)

In diesem Beitrag möchte ich einen kurzen Überblick über das Thema (Pan)Thema geben, die neue internationale Buchklassifikationensystematik, die ab 2014 ergänzend zu den bisherigen nationalen Systematiken (wie WGSneu, BIC oder BISAC) hinzutritt.

Begonnen hat ein Strang der Arbeitsgruppe PanThema in den Arbeiten von vlb u.a. an der Weiterentwicklung der deutschen Warengruppensystematik 2.1. In Kooperation mit den englischen Brancheninstitutionen würde eine Weiterentwicklung der BIC-Systematik zu iBIC 1.0, schließlich mit Nielsen und der US-amerikanischen BISAC-Systematik (Nutzung kostenpflichtig) zu PanThema zusammengeführt. Der so entstandene internationale Standard würde dann dem EDITEUR-Konsortium, das auch den ONIX-Metadaten-Standard verantwortet als Aufgabe übergeben. Diese Institution ist mitgliederfinanziert und die Nutzung der Klassifikation unter dem Namen Thema kostenfrei.

Wesentliche Unterschiede zur Warengruppensystematik, das als statistisches Werkzeug, mit 550 eineindeutigen Subjects (ein Buch wird genau einer Warengruppe zugeordnet, als nationaler Standard fungiert (große Plattformen wie z.B. Kobo unterstützen nur BIC/BISAC), ist Thema ein logisch gegliedertes System ca. 4500er Klassifizierungsmerkmal (ein Buch wird 1-10 unterschiedliche Merkmale) das international und multilingual Anwendung finden wird.

Genauer gesagt handelt es sich um zwei unterschiedliche Merkmalskategorien:

 1. Die 2484 Subjects (international einheitlich)

Kategorien bestehen hierarchisch aufgebaut aus bis zu 6 Buchstaben, in der ersten Ebene sind dies A,C,D,F,G,J,K,L,M,N,P,Q,R,T,S,U,V,W,X und Y.

 Hierbei sei insbesondere zu beachten: G Interdisziplinäre Themen lohnt auf jeden Fall einen Blick, das sich hier viele verschieden Themen versammeln, die keiner anderen Ebene zuzuordnen sind,  alle Themenbereiche auf der ersten Ebene entsprochen Kategorien des Fachbuchs ausser V und W, die dem Sachbuch bzw. der Ratgeberliteratur entsprechen.

 2. Die 2076 Qualifier (national spezifisch)

Hier besteht die erste Ebene aus Ziffer und bis zu 5 Buchstaben.

Die Ziffer bezeichnen die unterschiedlichen Dimensionen nach denen die in Subject beschriebenen

  1. geographische Information (bezogen auf den Inhalt, nicht Verlag/Autor, auch historische oder kollektive Begriffe, z.B: ASEAN oder Weimarer Republik)
  2. Sprache (bei Sprachbezogenen Titel z.B. Wörterbuch – nicht Sprache des Buches)
  3. Zeitraum (Inhalt, nicht Veröffentlichung)
  4. Einordnung in den schulischen Lehrplan
  5. Altersgruppen (besondere Interessen, auch Schwierigkeitsgrad)
  6. Stil (künstlerischer Stil, Epoche nicht jedoch Genre)

Weitere Informationen zu folgenden Themen finden Sie auf den Infoseiten des vlv bzw. der Editeur-Website:

  • Mappings mit WSGneu, BISAC, BIC etc.
  • Integration mit ONIX,
  • Übersetzungen der Dokumentation in die jeweilige Landessprache.
  • Das Arbeitswerkzeug THEMA Browser zur schnellen manuellen Klassifikation von Einzeltiteln in Thema

Weitere Angebote des vlb: 

http://info.vlb.de/verlage/thema/allgemeine-informationen-zur-thema-klassifikation.html

  • Aktuelle Seminare entnehmen sie dem Seminarprogramm des Mediacampus.
  • Automatisches Mapping WSG neu in Thema im VLB wird es geben, hier auf jeden Fall redaktionell nacharbeiten.

Zeitplan des vlv

  • ab Januar 2014: Titel-Informationen z. Thema sind bereits jetzt im vlb eintragbar
  • ab April: Subjects tauchen im Titelkatalog auf und im ONIX Export

Dienstleister, der zum Thema Thema arbeitet:

newbooks Services